Komodo Bootsausflug Tag 1

In einem der zahlreichen Agenturen hatten wir am Vortag einen zweitägigen Bootsausflug aud die Komodoinseln mit Übernachtung auf dem Boot geplant. Wir sollten die Insel Rinca und Komodo besuchen, ein paar Mal Schnorcheln gehen und Flughunde beobachten.

Unser Ausflug auf die Komodo Inseln startete vormittags gegen zehn Uhr. Normalerweise starten die meisten Boote gegen acht Uhr in der Früh, aber es war halt wieder einmal etwas schief gegangen, weshalb unser Boot noch nicht so früh fertig wurde.
Unser Kapitän hörte auf den leicht zu merkenden Namen Andi und machte gleich am Anfang einen sehr netten Eindruck. Das Boot selbst allerdings war auf den ersten Eindruck nicht unbedingt vertrauensweckend, doch das waren wir bereits aus vorangegangen Urlauben gewohnt.
Mit uns an Bord war noch ein weiterer Tourist namens Olaf, welcher ein Niederländer war und auch sehr gutes Deutsch sprach.

Rinca Island

Als erstes nahm das Boot Kurs auf die Insel Rinca, wo wir nach etwa zweistündiger Fahrt auch ankamen. Nachdem das Boot ander Jetty angelegt hatte, machten wir uns auf den kurzen Weg zum Eintritt des Nationalparks. Dort zahlten wir für unser Ticket und Kamera und erhielten Anspruch auf einen eigenen Guide.
Da dieser aber anscheinend auf einer längeren Tour unterwegs war, wurde uns gesagt, dass wir noch eineinhalb Stunden warten müssten. Dies war eine schreckliche Vorstellung, da es rund um das Rangergebäude ausser einem kleinen Café eigentlich nichts Interessantes gibt. Gut, wir hätten uns die Makkaken ansehen können, welche in den Mangroven nach Krabben suchten, aber das wäre es schon gewesen.
Ich entdeckte, dass eigentlich direkt vor uns ein Pärchen mit einem Guide nur zu dritt unterwegs waren und fragte schnell, ob wir nicht da einfach teilnehmen könnten, da wir nicht so lange warten könnten. Nach einigem Hin und Her war das auch möglich und wir schlossen uns den beiden an. In Indonesien ist es so, dass man auch bekommt, für was man bezahlt hat, auch wenn dies mit ewiger Warterei verbunden ist. Flexibilität ist ausnahmsweise in solchen Situationen nicht unbedingt der beste Eigenschaft. Wir hatten also Anrecht auf einen eigenen Guide, da wir für ihn bezahlt hatten, hätten aber 90 Minuten warten müssen, anstatt einfach mit dem anderen mit zu gehen…

Rinca Island Komodo National Park in Flores, Indonesia

Wir wählten den “Long Trek”, welcher ca. zwei Stunden dauern sollte. Gleich zu Beginn des Pfades gelangt man an ein Häuschen, in dessen Schatten sich eine Gruppe von Varanen  ausruhte. Ich hatte bis dato schon oftmals die Gelegenheit, Varane zu sehen, doch die auf Komodo sind wirkliche Brocken und um einiges massiver als alle anderen, welche ich bis dahin gesehen hatte. Die Varane machten gerade Mittagspause weshalb man dort sehr nette Fotos machen konnte. Vor allem interessant war zu sehen, dass sie sich in der Gruppe tummelten, obwohl sie eigentlich Einzelgänger sind. Nach einigen Minuten machten wir uns dann auf, um mit der eigentlichen Wanderung zu beginnen und hofften, einen Varan auch “in der freien Wildbahn” sehen zu können.
Auf Rinca gibt es neben den Varanen noch allerlei andere Tiere, wie Makakken, viele Vögelarten, Wasserbüffel, Wildschweine und natürlich zahlreiche Vogelarten.
Gleich zu Beginnn unserer Wanderung sahen wir eine Art Wildhuhn, welche in lebenslangen Partnerschaften leben und sich bei Verlust des Partner nach Aussage unseres Führers selbst das leben nehmen bzw. alsbald ebenfalls sterben. Das Suizid Huhn war nicht unbedingt das Highlight, aber es sollte besser werden. Im Schatten eines Baumes lag nämlich ein ziemlich großer Varan und ruhte sich aus. Ein richtig großes Männchen, das ca. 40-50 Jahre alt war und ungefähr 100 Kilo wog. Wir verharrten lange an dieser Stelle und betrachteten in aller Ruhe den Varan, welcher sich von uns in keinster Weise gestört fühlte – zumindest hatten wir diesen Eindruck.
Nachdem wir den Pfad ein wenig weitergelaufen waren, entdeckten wir noch ein Wildschwein im Gehölz und trafen an einem kleinen Fluss tatsächlich auf einen riesen Wasserbüffel, der sich in aller Ruhe im Wasser aufhielt. etwa zwei Drittel des Wanderweges befinden sich im Übrigen um sonnengeschützen Wald, von was wir nicht ausgegangen wären, da die Inseln vom Boot aus betrachtet sehr kahl wirken.
Nun ging es auf einen Hügel hinauf, wo wir ein riesiges Spinnennetz mit entsprechend großer Spinne betrachten konnten.
Von der Hügelspitze aus bot sich uns ein wunderbares Panorama und in der Ferne zwischen den Palmen entdeckten wir einen weiteren Wasserbüffel. Einige kleiner Hügel weiter sahen wir auch noch Kakadus, die auf einem Baum saßen und konnten deren Gekrächze gut hören. Der Weg führt danach weiter zu dem besten Aussichtspunkt, von welchem man dies gesamte Insel überblicken konnte und auch die in wunderschönem Blau schillernde Bucht sah, wo unser Boot lag.
Einige Minuten später waren wir auch schon wieder an unserer Bootsanlegestelle angekommen, wo wir einem Seeadler beim Fischen zusehen konnten. Auf den Wurzeln einer Mangrove saß auch noch ein kleiner Affe, was ein wirklich nettes Fotomotiv darstellte. Nachdem wir wieder unser Boot bestiegen hatten, fuhren wir zu einem kleinen Riff in der Nähe, wo wir schnorchelten. Das Riff war in einem sehr guten Zustand und es wimmelte nur so von Fischen aller Art. Als ich gemütlich vor mich hinschnorchelte, hielt ich mich an einem Stein fest, um in Ruhe ein Foto von der Unterwasserwelt machen zu können. Daraufhin wirbelte sich der Sand direkt neben dem Stein auf und ein ziemlich großes etwas floh weg von mir und vergrub sich sofort wieder im Sand.
Ich vermute, dass dies eine Art Flunder war, werde aber daheim mal nachsehen, ob ich einen ähnlichen Fisch finde.

Flying Foxes & Übernachtung auf dem Boot

Nach unserem Schnorchelausflug aßen wir in aller Ruhe lecker zubereiteten Fisch mit lauwarmen Salat und Andi, unser Kapitän nahm Kurs auf Komodo und die Bucht, in welcher wir übernachten sollten. Die Fahrt dorthin dauerte einige Stunden und es war ein wahrer Genuß, die Inseln und das Meer vom Boot aus zu betrachten. Besonders auffällig waren die unterschiedlichen Strömungen, die zwischen den Inseln vorherrschen. Vom Boot aus konnte man sehr gut erkennen, wieviel unterschiedliche Richtungen die Strömungen einschlugen und es entstanden sogar kleinere Wasserstrudel. Dor ist es mit Sicherheit keine gute Idee zu schnorcheln 😉
In der für unsere Übernachtung vorgesehenen Bucht angekommen, gesellte sich unser Boot zu anderen Ausflugsbooten und uns bot sich erneut der wunderbare Anblick diverser Seeadler beim Fischen. Wir konnten den Raubvögeln ca. eineinhalb Stunden bei der Jagd zusehen und bisweilen kamen diese auch sehr nahe an unser Boot heran. Nach jedem erfolgreichen Fischfang flogen sie auf die kleine vorgelagerte Insel zurück und verzehrten dort Ihre Beute auf einem Baum. Alsbald bekamen wir unser Abendessen, welches erneut sehr gut schmeckte. Unglaublich, was Andi mit geringsten Mitteln kochen konnte, da mag sich der ein oder andere indonesische Koch ein Scheibchen davon abschneiden.
Einer der Mitgründe, warum wir diese Bucht zur Übernachtung ausgewählt hatten, war das Vorhandensein von Flughunden auf der vorgelagerten Insel. Diese überqueren regelmäßig in der Dämmerung in einem großen Schwarm die Bucht, um auf die Insel Komodo zu gelangen. Also saßen wir in freudiger Erwartung auf unserem Boot und suchten den Horizont nach den Flughunden ab. Doch leider zeichnete sich es mit voranschreitender Zeit ab, dass sie Flughunde sich an diesem Abend anscheinend woanders aufhielten. Am nächsten Tag erfuhren wir von einem Führer auf Komodo, dass die Flughunde sich derzeit auf Komodo selbst befänden und sich somit ihre Flugroute geändert habe. Wirklich sehr Schade, dass wir dieses Naturspektakel nicht erleben konnten, aber der Sonnenuntergang alleine und die fischenden Seeadler waren auch Idylle genug.
Da es mittlerweile Nacht geworden war, packte ich meine Taschenlampe aus und leuchtete aus reiner Neugier einfach mal in das Wasser. Dort erblickten wir ein Leben, das uns so nicht bekannt war. Im Schein der Taschenlampe wimmelte es nur so von kleinen Tierchen, allen voran sich komisch kräuselnd fortbewegende “Schnecken”, die das Licht nur so zu lieben scheinten. Nach einer kuren Weile konnten wir auch einen recht großen Tintenfisch erblicken, dem das Licht aber unangenehm war und er sich schnell aus dem Staub machte. Ein wenig später sahen wir auch kleine, junge Tintenfische in der Gruppe, welchen das Licht nicht all zu viel auszumachen schien. Wenn ich die Taschenlampe ausmachte, konnte man auch Tiere erkennen, welche neonblau blinkten, eigentlich genau wie kleine LED Lampen. Wirklich wunderbar, was die Natur auch in der Nacht bieten kann.
Nach einem kleinen Arak, den uns unser Bootsführer anbot, unterhielten wir uns noch weiter mit unserem Mitgast Olaf über dies und das und machten uns dann auf ins Bett.
Wir schliefen einfach auf den Planken des Bootes auf extra für uns vorbereiteten Matratzen. Da wir auf dem Boot untertags bereits eine Kakerlake gesehen hatten, mummelten wir uns fest in unsere Decken ein und hofften auf kein Insektenerlebnis in der Nacht.
Der Schlaf war wirklich entgegen meiner Befürchtung tief und fest und durch das ganz leichte Schaukeln der Wellen wirklich sehr angenehm.
Am nächsten Morgen nahmen wir ein Frühstück ein und machten uns auf den Weg zum Eingangs des Nationalparks der Komodo Insel.

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