Nachdem wir am Vorabend recht zeitig zu Bett gegangen waren und wir beide in unserem Zelt mehr als gut geschlafen hatten, entschlossen wir uns, unsere erste Wanderung zu machen. Der Ausflug sollt uns zu Cala Goloritze führen, welche uns die Eltern meiner Freundin wärmstens empfohlen hatten.
Cala Goloritzé
Die Cala Goloritzé ist eine herrliche Bucht mit einem kleinen Strand, der seinesgleichen sucht. Um die Bucht zu erreichen, muß man eine ca. eineinhalbstündige Wanderung auf sich nehmen, aber jeder Schritt lohnt sich. Man sollte aber unbedingt mehrere Liter Wasser mitnehmen, da der Wanderweg oftmals durch die pralle Sonne führt. Desweiteren auf keinen Fall Schnorchel und Taucherbrille mit in den Rucksack einpacken!
Wie erreicht man die Cala Goloritzé?
Um die Cala Golortizé zu erreichen, fährt man die bekannte S.S. 125 bis in die kleine Ortschaft Baunei und folgt dort der Ausschilderung nach “Il Golgo“. Der Weg zweigt relativ scharf nach oben ab, also fährt man innerhalb der Ortschaft am Besten etwas langsamer, um die Abzweigung nicht zu verpassen. Nun folgt man einfach der Straße, bis ein Schild den Weg zur Cala Goloritzé weist. Uns befielen leichte Zweifel, ob wir den richtigen Weg eingeschlagen hatten, da sich die Strecke ein wenig länger als gedacht hinzog.
Aber letztendliche gelangten wir zu dem Parkplatz, der ideal als Ausgangspunkt zur Wanderung ist. Beim Parkplatz gehört zu einem kleinen Restaurant und man muß eine Parkgebühr von vier Euro entrichten. Auf dem Weg zum Parkplatz trifft man auch überall auf ausgewilderte Hausschweine, wir sahen sogar ein paar kleine Ferkel
Wanderung zur Goloritzé
Vom Parkplatz aus führt ein kleiner Weg zur Goloritze, sollte man sich nicht sicher sein, ob man auf dem richtigen Weg ist, kann man auch einfach den Fußspuren der Vorgäner folgen. Die Wanderung beginnt bei einer Höhe von ca. 450 Metern und führt zuerst ein wenig ansteigend auf ein Plateau, welches man überquert.
Danach geht es über Schotterpiste stetig nach unten, bis man auf Meeresniveau angekommen ist und die letzten Meter in die Bucht hinuntersteigen kann.
Man sollte unbedingt festes, knöchelhohes Schuhwerk benutzen, da man auf dem groben Schotter leicht mit umknicken kann. Da mein Schwiegervater in spe meinte, dass man die wanderung in Sandalen unternehmen kann, hatte ich den Fehler gemacht, nur leichte Turnschuhe anzuziehen, was ich im Laufe der Wanderung oftmals bereut habe.
Auf dem Weg nach Unten sieht man bisweilen Unterstände für Hirten und deren Tiere, welche kunstvoll in Felsvorsprünge eingebaut wurden.
Desweiteren wandert man an sehr alten, urig wirkenden Kork- und Steineichen vorbei, welche mich irgendwie an das Baumvolk der Ents aus “Herr der Ringe” erinnerten.
Den ganzen Weg über weist einem die berühmte Felsnadel namens “Aguglia“, welche bei Kletterern sehr beliebt ist, den Weg. Bereits von Weitem sahen wir vier Personen, die gerade auf diesen ca. 140 Meter hohen Felsen kletterten.
Nach ca. eineinhalbstündiger Wanderung, welche durchaus ein wenig in die Knie ging, erreichten wir die Cala Goloritze und erblickten zum ersten Mal die volle Schönheit dieser Bucht.
Cala Goloritze – Strand
Die Bucht ist wirklich ein Traum, türkises Wasser, feiner fast weißer Sand und ein herrliches Panorama. Leider füllte sich der Strand im Laufe der nächsten Stunde ziemlich schnell mit Gleichgesinnten, so daß bald nur noch wenig Platz war.
Aber dennoch muß ich sagen, dass sich der Weg zur Cala Goloritze einfach nur lohnt und es eine der schönsten Buchten ist, die ich jemals gesehen habe.
Der Rückweg
Da wir erst einen knappen Tag auf Sardinien waren und unsere Haut der Sonne alles andere als gewachsen war, entschlossen wir uns nach einem ca. zweieinhalbstündigen Aufenthalt am Strand, den Rückweg anzutreten. Es war ca. zwei Uhr nachmittags und unsere Entscheidung sollte sich als Fehler erweisen, da wir nicht berücksichtigt hatten, dass die sardische Sonne im August etwas stärker ist, als gewohnt.
Lange Rede, kurzer Sinn: man sollte den Rückweg erst antreten, wenn die Sonne anders steht und nicht direkt auf den Pelz brennt. Der ca. zweistündige Rückweg erwies sich für uns als Martyrium erster Klasse. Da der Großteil des Weges nicht durch Wald führt, und nicht einmal ein kleines Lüftchen weht, wurde schnell jeder Schritt zur Qual und Belastungsprobe für den Kreislauf. Zum Glück hatten wir genug Trinken dabei.
Als wir das erneut das Hochplateau erreichten, waren wir sehr erleichtert, den schwierigen Teil der Strecke geschafft zu haben.
Von dort aus war es nur noch ein kurzer Weg zu unserem Auto, in welchem wir noch mehr Wasserflaschen vorrätig hatten.
Am Abend schliefen wir ziemlich schnell ein, soweit ich mich erinnern kann
Damit andere nicht dieselben Fehler machen:
- genug Trinkwasser mitnehmen
- gutes Schuhwerk
- Früh hin, spät zurück
- Sollte man die Sonne noch nicht gewohnt sein: unterhalb der Felsnadel befinden sich Sitzbänke, welche im Schatten liegen, also am Besten verbringen Sie dort die Mittagsstunden
GPS Daten unserer Wanderung
Ich habe unsere Wanderung zur Cala Goloritze mi Hilfe der GPS-Funktion meines iPhones aufgezeichnet, hier eine detaillierte Auswertung:
Unsere Wanderroute zur Cala Golo Ritze in Google Earth betrachten
Download der GPS-Daten unserer Wanderroute zur Cala Golo Ritze
Golo ritze
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Sardinien Reisebericht Teil 3 - Capo Ferrato und Besichtigung der Höhle Grotta su Marmuri




