Erst vor einigen Tagen ist mein neues Spielzeug eingetroffen: ein Amazon Kindle ebook Reader. Als Kaufgrund könnte ich anführen, dass ich mir den Erwerb eines weiteren Ikea Billy Regals sparen wollte, aber ehrlich gesagt habe ich vor einigen Jahren mit Büchern abgeschlossen und “ernähre” mich leserlich seitdem aus dem Internet. Ich wollte etwas, dass ein wenig mehr “offline” ist, keinen flimmernden Bildschirm vor mir, der sich in meine Augen frisst. Daher bestellte ich mir eher aus purer Neugierde den Amazon Kindle Ebook Reader, welcher derzeit sehr stark beworben wird. Erst vor Kurzem eröffnete Amazon den deutschsprachigen ebook store, was in den Medien mit großem TamTam gefeiert wurde, was die Akzeptanz des Kindle wohl stark erhöhen wird.
Der wird nach Bestellung bei Amazon wie gewohnt einen Tag später vom mehr oder freundlichen Postboten in einer kleinen netten Verpackung vorbeigebracht. Öffnet man diese, blick man auch schon direk auf den kleinen ebook Reader. Als Zubehör wird lediglich ein Micro USB auf USB Kabel mitgeliefert, mit welchen man den Kindle mit dem PC oder Mac verbinden und auch aufladen kann. Wer seinen Kindle gerne mal an einer offenbar aus der Mode gekommenen Steckdose aufladen möchte, muß sich gleich noch einen Adapterstecker dazu kaufen.
Hier kurz die wichtigsten technischen Daten des Kindle
- Display 15 cm/6 Zoll E Ink-Display
- Auflösung: 600 x 800 Pixel bei 167 dpi, 16 Graustufen
- Größe 190 mm x 123 mm x 8,5 mm
- Gewicht 241 Gramm
- Interner Speicher 4 GB intern (3GB stehen zur Verfügung)
- Akku-Laufzeit mit ausgeschalteter WIFI-Verbindung soll der Akku des Kindle bis zu einen Monat lang halten (ca. eine Stunde Lesen am Tag vorausgesetzt)
- Anschlüsse Kopfhöreranschluß. Micro-USB
Kindle Wifi oder Wifi + 3G Variante?
Den Kindle gibt es in zwei Varianten zu bestellen: einmal mit Wifi und 3G für 169 € und einmal nur mit Wireless für 139 €. Das Interessante an der 3G Variante ist, dass man diese zum shoppen im Amazon Kindle Store kostenlos verwenden kann. Ist einem im Zug also langweilig, kann man auch gemütlich seinen Kindle herausnehmen und ein wenig im Bücherstore herumstöbern. Da ich den Kindle aber mit Büchern von zuhause aus “betanke” und sowieso eine Internet-Flat am Handy habe, war mir der Preisunterschied doch einen Tick zu hoch, weshalb ich mich für die günstigere Variante entschied.
Der Home Bildschirm des Kindle
Schaltet man den Kindle an, so gelangt man zum Home Bildschirm, auf dem sich zunächst nichts außer der Bedienungsanleitung findet. Diese muß man eigentlich kaum durchlesen, da sich das Prinzip des Kindle eigentlich von selbst erklärt. Auf dem Home Bildschirm hat man die Möglichkeit, sogenannte Collections anzulegen, in welche man die gekauften eBooks einsortieren kann. Das verwendete ebook Format des Kindle nennt sich übrigens .mobi – wer bereits eine kleine Büchersammlung im .epub-Format sein Eigen nennt, kann diese komfortabel mit der Software Calibri konvertieren und verwalten.
Die Tastatur des Kindle
Um zum Beispiel den WLAN-Key des Heimnetzwerkes einzugeben, oder im Amazon Kindle Store Bücher suchen zu können, besitzt der Kindle eine kleine Tastatur, welche in meinen Augen kaum benützbar ist. Die Tasten sind einfach zu klein, verfügen über einen nicht vorhandenen Druckpunkt und das Schreiben ist für mich eine Qual. Dafür, dass die Tastatur des Kindle so schlecht ist, nimmt sie leider einen nicht kleinen Teil des gesamten Gerätes ein, aber naja, wollen wir mal darüber hinwegsehen….
Wie blättert man mit dem Kindle?
Ein zugegebenermaßen einfach zu beantwortende Frage: Jeweils auf beiden Seite des Kindle befinden sich zwei eingelassene Tasten, mit welchen man vor- und zurückblättern kann. Die Tasten sind meines Erachtens nach sehr gut positioniert und lassen sich leicht bedienen.
Wie stellt der Kindle Grafiken dar?
Der Kindle hat die Möglichkeit, PDFs darzustellen, was den Horizont der Nutzungsmöglichkeiten durchaus vergrößert. Egal, ob ich einem Kunden seine neuesten Nutzungsdaten präsentiere, oder mir die Hausverwaltung etwas per PDF zukommen lässt – ich kann es auf meinem Kindle darstellen. Entweder man zieht es direkt über den Computer auf den Kindle, oder man schickt einfach eine E-Mail mit dem PDF an seine individuelle xxxx@kindle.com E-Mail Adresse, welche man mit Erwerb des Gerätes erhält und schon erscheint das PDF auf dem Kindle. Fotos kann man sich übrigens auch auf den Kindle schicken, aber natürlich werden sie mit verminderter Auflösung und in schwarz weiß dargestellt. Ich selbst war von der Qualität der dargestellten Grafiken positiv überrascht, man könnte es vielleicht wirklich mit dem Bilddruck einer Tageszeitung vergleichen.
Lesen auf dem Kindle
Die wohl wichtigste Frage beim Kindle lautet selbstverständlich: wie liest es sich denn auf dem Kindle? Das kann ich sehr schnell und prägnant beantworten: Auf dem Kindle lesen unterscheidet sich kaum vom Lesen eines echten Buches. Die Augen werden nicht strapaziert, das Display spiegelt auch in praller Sonne nicht und ich werde mit Sicherheit noch viele weitere Bücher darauf lesen. Beachten muß man im Übrigen, dass das Kindle über kein Hintergrundlicht verfügt, da es sich ja nicht um einen LED-Monitor handelt. Daher muß man – wie bei einem guten alten Buch auch – am Abend ein Leselicht parat haben. Aus diesem Grund wird als Zubehör auch ein Case bzw. Hülle mit eingebauter Leseleuchte verkauft (zum stolzen Preis von 59,99€). Wie wenig der Kindle spiegelt, erkennt man an meinen Fotos, welche allesamt mit Blitzlicht aufgenommen wurden.
Das war es nun auch schon mit meinem Bericht über den Kindle ebook Reader. Lediglich eine Frage verbleibt noch offen im Raum: heißt es eigentlich DER oder DAS Kindle….?






